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Düstere Aussichten für die GKV

www.fotolia.de - Robert Neumann

Wie tendenziöse Presse dem PKV-Vertrieb schadet, anstatt die Missstände in der GKV zu benennen

Die private Krankenversicherung hat einen schweren Stand in den deutschen Publikumsmedien. Glaubt man manchen Presseartikeln, ist in der PKV nahezu alles schlimm und das System dem Ende nahe. So blödsinnig die Argumente gegen die PKV Branchenkennern erscheinen, so sehr fällt auf, mit welcher Radikalität offenbar gleichzeitig über die unverkennbaren Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung hinweggesehen wird.
Manche Journalisten, so scheint es, werden nicht müde, stereotyp Scheinargumente gegen die PKV zu wiederholen und mit möglichst fettem Blickfang zu platzieren. Es wird bisweilen auch in der Fachpresse augenscheinlich so oberflächlich argumentiert, dass sich die Frage förmlich aufdrängt, ob es sich tatsächlich um unabhängig und seriös recherchierte Artikel handelt. Der Verdacht der Lobbyarbeit gegen das PKV-System liegt nahe.

Einseitige Berichterstattung

Der Verbraucher gewinnt angesichts der fortwährend schlechten Presse den Eindruck, dass die PKV keine Lösungen für wichtige Probleme hätte, wie etwa die Ausfinanzierung der eigenen Krankenversicherung. Viele dieser Artikel suggerieren gleichzeitig, dass in der GKV alles stabil und in bester Ordnung sei.
Dabei muss man auch der GKV ein paar kritische Fragen stellen, die man in der üblichen Berichterstattung vergeblich sucht und deren Antworten eigentlich keiner hören möchte. Denn die nach dem Umlageverfahren finanzierte GKV besitzt kein erkennbares Lösungskonzept für die Herausforderungen der Zukunft. Und die Zukunft hat längst begonnen.

Plakative Beispiele aus der Branchenpraxis

  • Im Jahr 2014 verzeichnet Deutschland einen Rekord: Noch niemals waren so viele Menschen sozialversicherungspflichtig angestellt. Trotzdem hat die GKV in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Minus von fünf Milliarden Euro erwirtschaftet (Quelle: Statistisches Bundesamt). Wie soll das weitergehen, wenn die Arbeitslosenquote mal wieder steigt?
  • Im März dieses Jahres kündigte Doris Pfeiffer, Vorstand des Spitzenverbands der Krankenkassen, in einem Interview der „Nordwest-Zeitung“ bereits für 2016 Beitragserhöhungen an. Zitat: „Wir gehen davon aus, dass ab nächstem Jahr bei einem Einkommen von 3.000 Euro im Durchschnitt etwa 30 Euro pro Monat Zusatzbeitrag anfallen.“ 30 Euro Zusatzbeitrag entsprechen einer Beitragsanpassung von über 12 Prozent auf den Eigenanteil, den der Beispielversicherte zu zahlen hat. Empörung? Fragen die Medien nach? Fehlanzeige.
  • Bis zum Jahr 2060 schrumpft die Gesellschaft in Deutschland um 17 Millionen Menschen. Von heute rund 82 auf dann 65 Millionen. Das Dumme daran: Die 17 Millionen fehlen dann auch in der Gruppe der Arbeitnehmer, also der Hauptbeitragszahler. Wie sich das auf die Beitragszahlung der Rentner auswirken wird, ist ungewiss (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, 2014-02).
  • Im Jahr 2060 wird jeder zweite Mitbürger über 50 Jahre alt sein. Die Zahl der über 90-Jährigen wird sich sogar verfünffachen: von heute rund 650.000 auf über 3,3 Millionen. Ein über 90-Jähriger verursacht seiner Krankenversicherung jährliche Kosten von über 14.000 Euro. Er zahlt jedoch im Schnitt nur rund 2.000 Euro über die Krankenversicherung der Rentner ein. Wie soll das jemals vom Umlageverfahren geschultert werden? (Quelle: Statistisches Bundesamt, Deutsche Rentenversicherung, ZDF, Gesundheitsberichterstattung des Bundes)
  • Das Institut für Mikrodatenanalyse sagt in einer Untersuchung aus dem Jahr 2013 eine Unterdeckung der GKV von rund 1.128 Milliarden Euro für das Jahr 2030 voraus. Das entspricht etwa sechs vollen Jahresausgaben. Wo sind die nachhaltigen Konzepte zur Deckung dieser Lücke?

Mehr Beitrag, weniger Leistung?

Die Fakten liegen auf dem Tisch, wann hören wir endlich die Signale? Der Deutsche Ethikrat hat bereits 2011 in einer Stellungnahme „Nutzen und Kosten im Gesundheitswesen“ erklärt: „Es ist anzunehmen, dass trotz des Ausschöpfens aller Rationalisierungsmaßnahmen in Zukunft das erwiesenermaßen medizinisch Notwendige nicht in vollem Umfang allen Patienten solidarisch zur Verfügung gestellt werden kann.“
In derselben Stellungnahme geht der Ethikrat übrigens von einem notwendigen Beitragssatz von sage und schreibe 43 Prozent bis 2050 aus, sollte der Leistungskatalog vollständig erhalten bleiben. Wäre dies politisch überhaupt durchsetzbar? Falls nicht, was würde das für den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bedeuten? Und damit über Umwege auch wieder für den Geldbeutel der Versicherten?
Nun geht es für uns nicht darum, für die Zukunft ausschließlich dunkelgraue Gewitterwolken an den Horizont zu malen. Wir treten für Ausgewogenheit in der Berichterstattung ein. Immer nur auf den Beitragssteigerungen der PKV herumzuhacken, empfinden wir von Netfonds als unfair und äußerst unsachlich. Zum einen haben sich die Beiträge der PKV (Durchschnitt) und der GKV in den letzten 30 Jahren nahezu identisch entwickelt. Und zum anderen verbinden die Privaten mit dem Beitrag ein vertragliches Leistungsversprechen.
Die Inflation macht vor der Medizin leider nicht halt, und wir erfreuen uns regelmäßig am lebensverlängernden und Lebensqualität fördernden Fortschritt. Klar ist, dass daher eine medizinische Versorgung auf lebenslang garantiertem Niveau mit steigenden Beiträgen einhergeht. Doch nur die PKV bietet im Falle eines Falles die Möglichkeit, den Umfang des Versicherungsschutzes zu beeinflussen und somit auch auf den Beitrag einzuwirken.

Keine pauschalen Urteile fällen

GKV-Versicherte haben im Gegensatz dazu keine „Wahl“. Der Leistungskatalog wurde bereits mehrfach gekürzt. Und da die oben prognostizierten Beitragssätze eher nicht finanzierbar sein werden, ist eine weitere Talfahrt in Richtung „Grundabsicherung“ unvermeidlich. Ein Hauptargument für eine „Bürgerversicherung“ sollte die Abschaffung der „Zwei-Klassen-Medizin“ sein. Wie aber würden wir es nennen, wenn nur noch diejenigen sich Medizin auf heutigem Niveau leisten können, die eine Zusatzversicherung finanzieren können?
Jetzt und in Zukunft wird es so sein, dass für den einen Kunden der Verbleib in der GKV, mit oder ohne Zusatzversicherung, die beste Lösung ist. Und für den anderen Kunden die private Vollversicherung. Es spricht also nichts pauschal und in jedem Fall FÜR oder GEGEN das eine oder das andere System. Es bedarf einer intensiven Aufklärung, eines Abwägens und Vergleichens. Es braucht Ihre Expertise und Beratung als Makler, um eine vernünftige Entscheidung für Ihre Kunden treffen zu können. Und wir stehen Ihnen dabei sehr gerne mit unserem Know-how zur Seite. (Quelle: netfonds)